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Einsatzübung auf neuer Landstraße

Schmalkalden - Als eine "schöne Rennpiste" bezeichnete Stadtbrandmeister Michael Pfunfke die neue Ortsumgehung von Mittelschmalkalden. Doch nicht nur deshalb bereitete er im Vorfeld ihrer Inbetriebnahme auf Streckenmitte eine Einsatzübung vor, die insbesondere die Freiwilligen Feuerwehren betraf, die bei einem möglichen Ernstfall vor Ort sein müssen. Außer der Stützpunktfeuerwehr Schmalkalden sind das die Ortsteilwehren von Wernshausen und Mittelschmalkalden.

Inszeniert wurde ein Verkehrsunfall mit drei Personen, zwei davon waren in einem der beiden Unfallfahrzeuge eingeklemmt. Freilich hatte die Menschenrettung Priorität. Zudem kamen die beiden Rettungssätze der Schmalkalder und der Wernshäuser Wehr mit Schere und Spreizer zum Einsatz. Doch nicht die vom Szenario geforderten Aufgaben waren Übungsschwerpunkt. Dem Stadtbrandmeister kam es auch darauf an, die Anfahrtswege zum Unfallort zu überprüfen. Zudem sollten die Wehrleute sich ein erstes Bild über die neue Straße in ihrer gesamten Länge machen. "Die Zufahrten über den Kreisverkehr geschahen problemlos", kommentierte Pfunfke gestern Vormittag. Beim Übungsablauf aber habe er kleinere Mängel beobachtet, die intern ausgewertet würden.

Der eigentliche Fokus der Übung lag auf der Überprüfung der Einsatzbereitschaft trotz fehlender 19 Kameraden - 14 aus Schmalkalden und fünf aus Wernshausen - die über den Katastrophenschutz derzeit bei der Beseitigung der Hochwasserschäden in Stendal helfen. Abgezogen wurden diese Kräfte schon vorigen Samstag - zunächst nach Magdeburg. Stadtbrandmeister Pfunfke war diese Situation bekannt. Die angesetzte Übung auf der Umgehungsstraße wollte er deshalb nicht verschieben.

Die Alarmierung erfolgte um 17.59 Uhr über die Rettungsleitstelle im Landratsamt. Als erste Helfer waren die Mittelschmalkalder vor Ort, die von der Übung nichts gewusst hatten. Nur eine Minute später erschienen die Wernshäuser. Die Schmalkalder Kameraden trafen neun Minuten nach der Alarmierung ein. Ebenso wurde die Übung von fünf Kameraden der Schnelleinsatzgruppe des DRK-Ortsvereins aus Niederschmalkalden unterstützt.

Problematische Situation

Mit den Anfahrtszeiten war Pfunfke sehr zufrieden. Zudem konnte er auf 25 Kräfte zurückgreifen. "Nach Feierabend ist das ausreichend", stellte er heraus. Wäre die Übung jedoch zwischen sechs und 17 Uhr anberaumt gewesen, dann hätten seiner Ansicht nach höchstens die Hälfte der Kräfte bereit gestanden. "Und das wäre im Notfall bei drei Verletzten und zwei eingebundenen Personenwagen sehr eng gewesen." Daraus ergibt sich für den Schmalkalder Feuerwehrchef das eigentliche Problem: "Feuerwehrleute werden permanent auf dem Papier für mehrere Einheiten verplant." Dies beginne beim Bund und reiche bis in die Kommunen hinein. So hätten Wehrleute nicht nur die Pflicht, im Zivilschutz mitzuhelfen, sondern wären auch wie in jüngster Vergangenheit im Katastrophenschutz gefordert. Überdies seien die Schmalkalder für überörtliche Aufgaben im Brandschutz und in Sachen technischer Hilfeleistung eingeplant. Dazu kämen letztlich die eigenen Forderungen vor Ort.

In der Stützpunktfeuerwehr Schmalkalden mit ihren sechs Ortsteilwehren Mittelstille, Grumbach, Mittelschmalkalden, Asbach, Wernshausen und Möckers leisten gegenwärtig 217 Wehrleute ihren Dienst. Zwischen sechs und 17 Uhr kann jedoch nur auf 43 Kameraden zurückgegriffen werden. Und wenn die dann noch mehrfach eingesetzt würden, sähe es eng aus, so der Stadtbrandmeister. "Die Politik muss sich überlegen, wie mit den ehrenamtlichen Kräften weiter verfahren werden soll", so Pfunfke.

Die Kameraden nämlich kämen ebenso an die Grenze ihrer Belastbarkeit wie die Arbeitgeber. Es gebe immer neue Verordnungen und spezielle Fahrzeuge. Letztlich jedoch fehlten die Kräfte. Im Notfall - siehe Hochwasser - würden die Fahrzeuge besetzt. Der Eigenschutz der Kommune aber könne dann nicht mehr aufrecht erhalten werden. "Und das ist ein Riesenproblem", sagte der Stadtbrandmeister.

Ein konkretes Beispiel dafür ist momentan die Wernhäuser Wehr, deren Kameraden den in dem Schmalkalder Ortsteil stationierten Rüstwagen mit nach Stendal nehmen mussten. Geschehe im Ausrückebereich der Wernshäuser Wehr ein Unfall, dann würden die Schmalkalder mit ihrem Rüstwagen angefordert. Dies habe einen längeren Anfahrtsweg zur Folge, was sich wiederum negativ auf die rechtzeitig Hilfeleistung auswirken könnte.

Quelle: Annett Recknagel, Freies Wort 14.06.2013

Foto: Annet Recknagel

17. Juni 2013 22:36 Uhr. Alter: 5 Jahre